News , 14.12.2011
Gesetz nun endgültig im Bundesrat verabschiedet

Rückwirkend zum 01.07.2011 ist für den Versand elektronischer Rechnungen keine elektronische Signatur mehr erforderlich.

Wie schon in unserer Meldung vom 09. Juli erwähnt, verweigerten die Bundesländer dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 am 08. Juli noch ihre Zustimmung. Das Gesetz scheiterte damals an der Befürchtung der Bundesländer, durch die Zweijahres-Option bei der Abgabe der Einkommens- und Lohnsteuererklärung finanzieller Nachteile und einem Mehraufwand ausgesetzt zu werden. Diese Bedenken sind nun ausgeräumt und durch die Verabschiedung des Steuervereinfachungsgesetzes wurde der Weg für eine vereinfachte elektronische Rechnungsstellung zwischen zwei Unternehmen frei gemacht. 

Durch die Änderungen des §14 UStG sind nun elektronische Rechnungen seit dem 01. Juli 2011 den papiergebundenen Rechnungen, beziehungsweise deren jeweiligen rechtlichen Anforderungen, gleichgesetzt. Dadurch ändern sich nun auch die Anforderungen an die elektronische Aufbewahrung von Rechnungen mit Dokumenten-Management-Systemen. War bisher die Archivierung einer elektronisch eingegangenen Rechnung, zwingend an die Archivierung der qualifizierten digitalen Signatur gebunden, um diese umsatzsteuerlich beim Finanzamt geltend zu machen, entfällt dies nun. 

Es wird ab sofort keine bestimmte Technologie mehr vorgeschrieben, um den Nachweis über die Echtheit der Herkunft und der Unversehrtheit zu erbringen. Damit liegen die Anforderungen an deren Herkunftsechtheit, Lesbarkeit und Unversehrtheit auf dem Level der im Papierformat vorliegenden Rechnungen. Vorgeschrieben ist nun ein innerbetriebliches Kontrollverfahren zur Sicherstellung eines verlässlichen Prüfpfades zwischen Leistung und Rechnung. Eine solche Prüfungsstruktur sollte in der Regel in jedem Unternehmen gegeben sein. 

Alle weiteren Informationen zu den zulässigen Formaten, Übermittlungswegen und der Aufbewahrung/Archivierung finden Sie hier.